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02 - Junge Mädchen in Russland - von Soldaten zu Tode gefickt

Rücksichtslos tat sie ihr Werk und es kam anders, als ich es mir gewünscht hatte. In hohem Bogen, innerhalb von Sekunden fast, schoss es aus mir heraus - auf ihre Seidenkissen. Clara lachte bloß.

“Ich sehe schon, Sie sind immer noch so potent wie damals. - Doch genug davon, es langweilt mich. Wollen wir zu den Sträflingen gehen?”

“Können wir das nicht auf morgen verschieben?” Ich verspürte wenig Lust, das Haus zu verlassen und unter der stechenden Sonne durch die halbe Stadt zu fahren.

“Morgen!”, rief Clara aus. “Wissen Sie denn nicht, dass es mittwochs streng verboten ist, die Gefangenen zu füttern? Selbst für mich ist es verboten! Und füttern müssen wir sie. Sie werden sehen, wie erfrischend das ist. Und aufregend. Ich werde meine Langeweile dabei vergessen, mein Lieber! Und Sie werden mich danach inbrünstiger lieben als je zuvor.”

Sie nahm das feuchte Kissen, leckte meinen Saft ab und sagte: “Für Sie habe ich auch noch eine Kleinigkeit zur Stärkung.”

Sie erhob sich und die offene Tunika ließ ihren wollüstigen Leib sehen: rosiges Fleisch, fest und weich zugleich. Aus einer goldenen Bonbonniere, die auf einem schwarz lackierten Teetisch stand, nahm sie mit den Fingerspitzen eine Chininpastille. Clara befahl mir, näher zu treten und schob sie mir in den Mund.

“Schluck sie herunter, teurer Mann. Sie wird dich stärken.”

Ihre finsteren Augen leuchteten, als sie anhob zu erzählen: “Ich habe Diebe in England gehenkt gesehen, ich sah Stiergefechte und Erdrosseln von Anarchisten in Spanien ... In Rußland sah ich schöne junge Mädchen, die von Soldaten zu Tode gefickt wurden ... In Italien sah ich lebende Leichen, Gespenster der Hungersnot. Diese Todgeweihte gruben ihrerseits Tote aus: und zwar Menschen, die an der Cholera krepiert waren. Gierig verzehrten die Hungernden die Toten. Ich sah in Indien am Ufer eines Flusses Tausende von nackten Wesen sich krümmen und sterben in den Schrecknissen der Pest ... Ich entdeckte eines Abends in Berlin ein Weib, das ich am Tage zuvor geliebt hatte, ein prachtvolles Geschöpf mit vollen Brüsten ... ich sah, wie es in einem Käfig von Löwen zerrissen wurde. Alle die Schrecknisse, alle die menschlichen Qualen habe ich gesehen ... Es war sehr schön! ... Aber ich habe nichts so Schönes gesehen ... verstehst Du? ... Nichts so Schönes als diese chinesischen Sträflinge ... das ist schöner als alles andere! ... Du kannst es nicht ahnen ... ich sage Dir, Du kannst es nicht ahnen ...”

Sie war auf das vertrauliche “Du” übergewechselt und ich fühlte, die wieder aufkeimende Nähe zwischen uns. Ja, ich würde ihr wieder verfallen. Ich war vor ihr geflohen, dann war ich zurück gekommen, und jetzt war es zu spät. Sie würde mich wieder hinab ziehen ... und ich würde es genießen, wie ich verbotene Früchte genoss, die einem dem Tod bringen würden.

“Annie und ich”, fuhr Clara fort, “wir versäumten nie einen Mittwoch ...Komm, ich bitte Dich!”

“Da es so schön ist, meine liebe Clara”, versetzte ich, “und da es Ihnen soviel Vergnügen bereitet, wollen wir die Sträflinge füttern gehen.”

“Wirklich, willst Du? ...” Clara zeigte ihre Freude, indem sie mit den Händen klatschte, wie ein Baby, dem seine Gouvernante erlaubt ein Hündchen zu quälen. Dann sprang sie mir zärtlich und katzenartig auf den Schoß und schlang ihre bloßen Arme um meinen Nacken ... Und ihr Haar überflutete mich, es blendete mein Gesicht mit seinen goldigen Flammen und seinen berauschenden Düften.

“Wie nett Du bist ... guter ... guter Liebling ... Küsse mich auf den Mund ... küsse mich auf den Nacken ... küsse mein Haar ...”

Ihr Haar hatte einen so starken, animalischen Geruch, und sie streichelte mich mit so zärtlich, dass ihre bloße Berührung mit meiner Haut mich im selben Augenblick Fieber, Müdigkeit und Schmerz vergessen ließ. Ich fühlte in meinen Adern neue Kräfte pulsieren, rasen ...

“Ach, wie gut werden wir uns unterhalten, lieber Mann. Wenn ich die Sträflinge aufsuche, so macht mich das schwindlig, und ich fühle im ganzen Körper Erschütterungen gleich denen der Liebeslust ... Siehst Du, mir scheint es ... mir scheint es, als ob ich in die Tiefe meines Leibes herabstiege ... in die tiefsten Tiefen und in das Dunkel meines Leibes ... Deinen Mund ... gieb mir Deinen Mund ... Deinen Mund ... Deinen Mund ... Deinen Mund!”

Ihre gierigen Arme umschlangen mich und vor mir tat sich ihre Spalte auf. Rosig und nass, tief und verheißungsvoll. Ich tauchte hinab in diese Grotte der Verderbnis und des süßen Lasters. Weit war meine Reise gewesen. Doch jetzt war ich am Ziel. Am Ziel meiner Lüsternheit, meiner Begierden, und ich sah das Böse, ich fühlte es aufsteigen. Wollte es ertränken mit meiner Liebe, meinem heißen Strahl. Doch sie lachte bloß, saugte ihn auf, wollte mehr ...

Kichernd stand sie auf und die Tunika fiel herab über ihre wollüstigen Schenkel.

Herrlich beweglich, leicht, schamlos und vergnügt ging sie, von dem Hund begleitet, der lustige Sprünge machte.

“Ich werde mich ankleiden und du wartest auf mich, nicht wahr? Dann werden wir zur den Sträflingen gehen.”

Ich war nicht mehr sehr traurig, ich war nicht mehr sehr matt ... Claras Kuß, dessen Geschmack ich noch auf den Lippen spürte - betäubte gleich einem magischen Kokaingeschmack - meine eingebildeten Schmerzen, verlangsamte den Pulsschlag und rückte das furchtbare Bild der toten Annie in die Ferne ... Ich betrachtete mit ruhigeren Blicken den Garten, durch den Clara gegangen war, um sich anzuziehen.

Mit ruhigeren Blicken?

Es war ein Garten voller süßer Düfte, voller Pflanzen die ich nicht kannte. Es war der Garten der Qualen, ich wusste es schon damals.

Aus der Reihe "Garten der Qualen" 17.11.2007 Weiter lesen

imageOctave Mirbeau schrieb obige erotische Geschichte. - Der französische Schriftsteller wurde 1850 bei Bayeux geboren und starb 1917 in Paris. Bekannt war er für kritisch-satirische Romane und sozial-engagierte Bühnenstücke. Aufsehen erregte sein Theaterstück "Geschäft ist Geschäft" aus dem Jahr 1903. Mit ätzender Schärfe legt er hier bloß, wie einem Geschäftsmann der Profit wichtiger ist als Freunde und Familien. Weitere Werke: "Tagebuch einer Kammerzofe" (Roman, 1900) und "Der Garten der Qualen" (Roman, 1899).

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Ein perverses Werk - Im Jahr 1899 erscheint "Der Garten der Qualen" - und wird unmittelbar zu einem Skandal. Das Buch (französischer Originaltitel : Le Jardin des supplices) verstört die Zeitgenossen mit seiner drastischen Schilderung der Sexualität; mehr aber noch mit der Lebenshaltung, die hinter den geschilderten sexuellen Verhaltensweisen aufleuchtet. Sie wird als pervers empfunden. Eine Einführung in das Werk "Der Garten der Qualen".

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Garten der Qualen" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

“Schamloses Machwerk, skandalöses Buch!”
01 - Die Vögel verschmähten ihren Leichnam
03 - Bald war meine Lanze rau und rot
04 - Auf dem Weg zum Garten der Qualen
05 - Das verwesende Fleisch
06 - Die Wollust der Menschen
07 - Die Qualen der Wollust
08 - Die glühende Gerte auf dem Fleische
09 - Stinkendes Fleisch und zuckende Leiber
10 - Männer in Ketten
11 - Im Garten der Qualen

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