Klassische erotische Geschichten: jeden Tag neue erotische Geschichten, immer kostenlos.
Genießen Sie literarische Häppchen zwischendurch; oder lassen Sie sich von einer ganzen Textreihe zum Lesen verführen: Erotischen Literatur ist in der kurzen und in der langen Form ein geistreicher Genuss. In dieser Sektion finden Sie lange Geschichten, die wir in mehrere Teile aufgespalten haben, damit sie am Bildschirm besser lesbar sind. Jede Woche erscheinen neue Teile.
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
Entscheidend blieb, daß er auf dem Grund seiner Seele wirklich ein Außenseiter, daß er wirklich antisozial war und diese Tatsache innerlich hinnahm, einerlei, wie sehr er nach außen hin auch nach Bond Street aussah. Seine Isolation war eine Lebensnotwendigkeit für ihn; ebenso, wie der Anschein der Zugehörigkeit zur vornehmen Welt eine Lebensnotwendigkeit war.
Aber gelegentliche Liebe, als Trost und Linderung, war durchaus etwas Gutes, und er war nicht undankbar. Im Gegenteil: er war verzehrend, glühend dankbar für ein bißchen natürliche, spontane Güte - fast bis zu Tränen dankbar. Unter seiner blassen, unbeweglichen, desillusionierten Oberfläche schluchzte seine Kinderseele voll Dankbarkeit der Frau entgegen, und er brannte darauf, wieder zu ihr zu kommen; und in seinem Innern, in seiner Ausgestoßenenseele, wußte er, daß er ganz frei bleiben würde von ihr.
Als sie in der Halle die Kerzen anzündeten, fand er Gelegenheit, mit ihr zu sprechen: “Kann ich kommen?”
“Ich komme zu Ihnen”, sagte sie.
“Oh, gut!”
Er wartete sehr lange auf sie ... aber sie kam.
Er gehörte zu den bebenden, erregten Liebhabern, deren Höhepunkt schnell erreicht und vorüber ist. Er hatte etwas merkwürdig Kindliches und Schutzloses. Sein ganzer Schutz lag in seinem Verstand und in seiner Gerissenheit, in seinem Instinkt für Gerissenheit, und wenn er damit nicht recht durchkam, schien er doppelt nackt zu sein und wie ein Kind von unfertigem, zartem Fleisch und hilflos zappelnd.
Er entfachte in der Frau wildes Mitleid und Sehnsucht und eine rasende, verzehrende, körperliche Gier. Diese körperliche Gier befriedigte er nicht. Er kam immer sofort und war schnell fertig, kuschelte sich an ihrer Brust zusammen und gewann sich seine Unverschämtheit zurück, und sie lag da, benommen, enttäuscht, verloren.
Doch bald lernte sie, ihn zu halten, bei sich zu halten, auch wenn sein Höhepunkt vorüber war. Und da plötzlich war er großmütig und seltsam potent; er blieb fest in ihr, ihr hingegeben, und sie war tätig - wild, leidenschaftlich tätig, bis sie zu ihrem Höhepunkt kam. Und wenn er die Wildheit spürte, mit der sie sich ihrem Orgasmus näherte, ihrer Befriedigung an seiner harten, aufgerichteten Passivität, durchströmte ihn ein sonderbares Gefühl des Stolzes und der Genugtuung.
“Oh, wie gut!” flüsterte sie bebend und wurde ganz still und klammerte sich an ihn. Und er lag da in seiner Abgeschlossenheit, aber irgendwie stolzerfüllt.
Erschienen am 12.10.2008 | Eine Folge aus der Reihe "Lady Chatterley"
David Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. -
D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.
Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.
Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen
Die ersten erotischen Geschichten der Reihe stehen in der Liste oben, neueste erotische Geschichten stehen unten.
001 - Früchte des Krieges002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen
Hörbuch: Intime Beichten
Hören, was andere nicht mal zu denken wagen: Autorin Sina-Aline Geißler sammelte zwei Jahre lang Erlebnisberichte von Frauen. Sie verdichtete die Erzählungen zu einem atemberaubenden Sex-Hörbuch. Gewagt, erregend - und deutlich in jedem Detail. Ein herausragendes, 60 Minuten langes MP3 Hör-Ereignis. Tracks einzeln anzuwählen. Hier klicken
Prickelnde erotische Geschichte!
Eine schöne Frau. Zwei Männer kämpfen um sie. Zehn Jahre ist das her. Plötzlich taucht sie wieder auf: begehrenswerter als je zuvor ... "Das Klassentreffen" - Extraklasse erotische Geschichten hier lesen.
Die vollkommene Ehe
Während die Kunst (oben: Bordellszene von Degas) Erotik und Sex als Thema längst entdeckt hatte, trauten sich die Bürger im Alltag um 1900 kaum, über das Thema zu reden. Sex war Schmuddelkram. Mit der Folge, dass viele Paare unter Eheproblemen litten, ohne darüber zu sprechen. Bis Dr. Theodor Hendrik Van de Velde das erste Sexberatungsbuch der Literaturgeschichte schrieb. Es erschien 1926, und niemand hätte es dem seriösen Dr. Van de Velde zugetraut, ein derartig obszönes Werk zu verfassen, das unmittelbar bei Erscheinen zum Skandalon wurde. Van de Velde stand damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Mediziner. Er war blond, das Haar an den Schläfen bereits leicht ergraut, die Stirn hoch und seine Augen blickten gütig und ernst. Er sprach ein Dutzend Sprachen und war Leiter der Frauenklinik in Haarlem. Mitarbeiter nannten ihn den "Grandseigneur der Medizin". Bis er das Buch "Die vollkommene Ehe" heraus brachte. Lange vor Kinsey redete Van de Velde darin Klartext über Sex und glückliche Beziehungen. Noch Jahrzehnte nach seinem Erscheinen sorgte das Werk für Gesprächsstoff. Van de Velde gab seine Leitungsposition in Haarlem ab und zog sich in die Schweiz zurück.