Erotische Geschichten der schärferen Gangart: Das sind Thriller. Genauer gesagt “Erotische Thriller”. Dieses Genre existiert erst seit rund 30 Jahren. Wir stellen hier ausschließlich brandneue erotische Geschichten - oder eben “Erotische Thriller” - deutscher Autoren vor. Kennzeichen des erotischen Thrillers: schnelle Handlung, knappe Charakterzeichnung, Spannung und viel Sex.
4 - Attacke auf Angel
An das heiße Date mit Jesse Black kann ich mich nur dunkel erinnern. Ein paar Bruchstücke sind mir im Gedächtnis geblieben. Ehrlich gesagt: Nach allem, was ich bis dahin durchgemacht hatte, bekam ich von Jesses kleinen Spielchen kaum was m it. Ich glaube, er schüttelte m ich und beschwerte sich, dass ich wie ein toter Fisch war. Was hatte er denn erwartet? - Double Dare 2?
Während Jesse schwitzte und fluchte und sein Ding abzog, schwebte ich irgendwo unter der Decke. Ab und zu sah ich mal nach unten, ob er endlich fertig war, aber die meiste Zeit dachte ich an Sam und Zandora und daran, wie ich die Burschen für das drankriegen könnte, was sie uns angetan hatten.
Irgendwann kam es mir so vor, als machte Jesse nur eine Pause, aber er stopfte mir einen Lumpen in den Mund und klebte Isolierband darüber. Ich bekam kaum Luft durch die zugeschwollene Nase, und die Panik holte mich aus meinem Dämmerzustand. Er machte mich vom Bett los, und es gab einen peinlichen Auftritt, als ich m ich gegen ihn wehren wollte, doch meine lahmen Arme und Beine gehorchten mir nicht. Er grinste nur, fesselte mir Hände und Füße und hob mich hoch. Instinktiv wehrte ich mich gegen die Fesseln, zerrte mir aber nur die Muskeln dabei, und mir wurde schwarz vor Augen von dem brennenden, pochenden Schmerz in den Abschürfungen und Schnitten. Ich war wohl wirklich ein paar Minuten lang weggetreten, denn als Nächstes bek am ich mit, dass Jesse mich achtlos in den Kofferraum des Honda Civic fallen ließ und den Deckel zuknallte. Kurz darauf hustete der Motor und sprang an.
Die Fahrt war ein endloser Albtraum. Ich erstick te fast an Abgasen und knallte dauernd mit dem Kopf irgendwo an, wenn Loverboy ruckartig auf die Bremse stieg, was er für meinen Geschmack viel z u oft und völlig unnötig tat. Mein ganzer Körper tat wahnsinnig weh, überall pikste und stach es, als würde m ich jemand mit Nadeln und Messern malträtieren. Ich schaffte es nur gerade eben so, bei Bewusstsein zu bleiben. Unterwegs versuchte ich, mir die bruchstückhaften Geräusche einz uprägen, ein Hubschrauber, Musik, Hundegebell, alles, was mir verraten konnte, wohin ich gefahren wurde, doch das Motorgeheul über tönte das meiste. Oder vielleicht hörte ich auch nichts wegen des Übelkeit erregenden Dröhnens in meinem Kopf.
Irgendwann hielten wir an, und der Motor erstarb. Ich hörte, wie die Tür geöffnet und geschlossen wurde, und dann Schritte auf Beton, die sich dem Kofferraum näherten.
Als der Kofferraumdeckel aufging, blinzelte ich hoch in den rechteckigen Breitwandausschnitt, der sich mir darbot. Jesse stand vor mir, umrahmt von dem natriumgelben Licht einer Straßenlaterne. Er trug jetz t ein schwarzes T-Shirt mit dem blutrünstigen Logo einer Band, von der ich noch nie gehört hatte. Sein Gesicht lag im Schatten, und er wirkte angespannt und nervös. Er hielt eine Knarre in der Hand.
Es gibt kaum etwas furchteinflößenderes als ein nervöser Mann mit einer Kanone. Er zielte auf mich, dann auf den Boden, dann wieder auf mich und wischte sich m it den Knöcheln der Hand über den Mund. Dann holte er tief Luft.
“Endstation für dich, du Schlampe”, sagte er.
Ganz offenbar hatte er diese ungemein harte Dialogzeile auf der ganzen Fahrt hierher geübt. Wo auch immer “hier” war.
Als Regisseurin hätte ich jetzt auf eine Wiederholung bestanden.
Er zielte wieder auf mich und hielt die Knarre dabei so dümmlich schräg w ie die bösen Jungs in einem RapperVideo. Mir pochte das Herz, als wäre ein Vogel in meinem Brustkorb gefangen. Meine Lider waren zugeschwollen und verklebt, aber ich w ürde es ihm nicht einfacher machen, indem ich wegsah oder die Augen schloss. Wenn er unbedingt seinen großen Gangsta-Auftritt haben und mir eine in meinen Schlampenarsch verpassen wollte, dann musste er das schon von Angesicht zu Angesicht tun und mir dabei in die Augen sehen.
Am Ende war es Jesse, der wegsah. Er wandte das Gesicht ab und knif f die Augen zu und hielt dabei den Arm ausgestreckt wie ein Kind, das eine Spritze bekommen soll. Dann drück te er ab.
Allein schon von dem Knall bekam ich fast einen Herzinfarkt. Am Schießstand hatte ich immer Ohrenschützer getragen, und obwohl allgemein bekannt ist, dass Schusswaf fen laut sind, kann sich niemand vorstellen, was für einen Lärm sie wirklich machen. Wirklich klar wird einem das erst, wenn jemand aus kaum zwei Meter Entfernung auf einen schießt, während man in einem Kofferraum liegt. Mit klingenden Ohren spürte ich, wie der dritte oder vierte Schuss mich irgendwo am Brustkorb unter dem rechten Arm traf. Der Schmerz und der Schock waren überwältigend und brutal, und ich machte mir fast in die Scheißhosen vor Angst. Mikroskopisch kleine Zeitungsjungs rasten meine Ner ven entlang und schrien: Extrablatt! Extrablatt! Wir wurden angeschossen!
Es heißt ja immer, dass man nicht in Panik geraten und sich nicht bewegen soll, wenn man angeschossen wurde. Man soll ruhig liegen bleiben und auf Hilfe warten. Dass man nur schneller stirbt, wenn man hysterisch wird. Ich wusste auch, dass ich mich so verhalten sollte, ich dachte das sogar klar und deutlich:
Lieg still und gerate nicht in Panik.
Natürlich f unk tioniert das nur, wenn derjenige, der dich angeschossen hat, mit dem Ballern aufgehört hat.
Aber Jesse pumpte immer noch wahllos Blei in den Kofferraum, wobei er blind ungefähr in meine Richtung zielte. Eine weitere Kugel streifte wie ein Peitschenschlag meinen Oberschenkel. Mein Körper bestätigte brav die hilfreiche Anweisung aus meinem Gehirn, ruhig zu bleiben, und flippte dann total aus. Bei all dem Zurückzucken und Herumwerfen muss ich mir den Kopf angestoßen haben, oder ich wurde einfach vor Schmerz und Schock ohnmächtig. Ich weiß nur noch, dass ich in dem dunklen Kofferraum aufwachte, mir mühsam alles wieder zusammenreimte und mich fragte, wo zum Teufel ich nun war. Und an dieser Stelle sind Sie in meine Story eingestiegen.
Christa Faust, Hardcore Angel © Rotbuch Verlag, Berlin, 2008. Buchauszug und Abbildung mit freundlicher Genehmigung.
Erschienen am 06.08.2009 | Eine Folge aus der Reihe "Hardcore Angel"
Christa Faust schrieb obige erotische Geschichte. -
Wer interessant lebt, hat es wahrscheinlich leichter, von interessanten Dingen zu erzählen. Christa Faust (Foto links) lebt interessant. 1969 geboren, arbeitete die Blondine, die wahlweise auch als Brünette oder schwarzhaarige Femme Fatale auftritt, als Model für Fetischmagazine und produzierte sich als Domina in Peepshows am Times Square, New York. Vom verdienten Geld ließ sie Tätowierungen stechen. Oder sie legte die Dollars in edlen halterlosen Strümpfen an.

Ein schwüler Mix aus Erotik und Thriller - Der Name ist Programm: Faust. Christa Faust. Die Amerikanerin hat einen Thriller geschrieben, der mindestens so hart ist wie ihr Name. "Hardcore Angel" erzählt die Geschichte der Angel Dare, einer Porno-Actrice, die den Aufstieg ins Porno-Produzentengeschäft geschafft hat. Bis zu dem Tag, da sie einen letzten Filmauftrag annehmen will ... Von einem Moment zum anderen bricht die heile (Porno-)Welt der hübschen Angel zusammen und sie gerät in einen Strudel aus Vergewaltigung, Mord, Verfolgung.
Die Erotik-Reihe "Hardcore Angel" - alle bisherigen Folgen
Die ersten erotischen Geschichten der Reihe stehen in der Liste oben, neueste erotische Geschichten stehen unten.
1 - Angel im Hormonnebel2 - Der Rosenknospenmund
3 - Im Bett mit Jesse
5 - Nackte Füße auf dreckigem Beton
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Die Abbildung oben zeigt den römischen Kaiser Caligula beim Sex mit einer Gespielin. Alle greifbaren Drucke von diesem Stahlstich wurden in Bayern nach dem 1. Weltkrieg eingezogen.