Erotische Geschichten: Kurzvorstellung der Autoren, die klassische erotische Geschichten oder moderne erotische Geschichten schreiben.

Die Autoren der erotischen Geschichten. Es sind berühmte Schriftsteller, manche tarnten sich mit Pseudonymen. Es sind (Haus-)Frauen, die in ihrer Freizeit frivole Bestseller verfassten. Es sind Literaten, begnadete Pornografen, Frauenversteher und Perverse - allesamt zu schade, um vergessen zu werden.

Urheberrecht

Texte dieser Site sind urheberrechtlich geschützt. Sie dürfen ohne meine schriftliche, das heißt postalisch per Brief zugestellte, Einwilligung - bzw. bei aktuellen Texten die Einwilligung des Inhabers des Urheberrechts - nicht auf anderen Sites, Newslettern, Büchern oder sonstigen Publikationen veröffentlicht werden. Eine Zuwiderhandlung wird verfolgt.

Da auch historische Textvorlagen von mir und Mitarbeitern - teilweise erheblich und mit einigem Zeitaufwand - überarbeitet wurden, um sie dem heutigen Leser zugänglich und verständlich zu machen, unterliegen auch diese überarbeiteten Texte dem Urheberrecht und dürfen nicht ohne Einwilligung verwendet werden. Die unbearbeiteten Ursprungstexte sind - bei Autoren, deren Tod den Urheberrechtsbestimmungen gemäß ausreichend lang zurück liegt - frei verwendbar. Unbearbeitete Ursprungstexte sind auf nightlounge.biz praktisch kaum veröffentlicht.

Zur Autoren-Übersicht

Wilhemine Schröder-Devrient

erotische-geschichten

Wilhemine Schröder-Devrient lebte ein für eine Frau des 19. Jahrhunderts ungewöhnliches Leben in Deutschland: künstlerisch und geschäftlich erfolgreich, selbstbewusst - und bis ins Alter hinein mit wechselnden Männern an ihrer Seite. Rahel und Elisabeth Fry berichteten darüber in ihren “Erinnerungen an Wilhelmine Schröder-Devrient”, die in Leipzig im Jahr 1862 erschienen. Jahrzehntelang wollten die Gerüchte nicht verstummen, dass Wilhelmine Schröder-Devrient die Verfasserin des äußerst freizügigen Briefromans Memoiren einer Sängerin war. Noch 1892 gehörte das Wissen um die heute vergessene Diva zum Allgemeingut, wie ein Eintrag in Meyers Konversationslexikon von 1892 belegt:

Opernsängerin, Tochter von Schröder 2), geb. 6. Okt. 1804 zu Hamburg, betrat schon in ihrem fünften Jahr die Hamburger Bühne als tanzende Amorine, ward im zehnten Mitglied des Horscheltschen Kinderballetts in Wien, ging dann vom Ballett zum Schauspiel über und trat, 15 Jahre alt, zuerst als Aricia in Racines “Phädra” auf. Gleichzeitig machte sie unter Leitung Mozattis eifrige Studien im dramatischen Gesang, und als sie im folgenden Jahr (1821) als “Pamina” debütierte, wurde ihr ein solcher Beifall zu teil, daß sie sich von nun an ausschließlich der Oper widmete. Bei einem Aufenthalt in Berlin 1823 verheiratete sie sich mit Karl Devrient und ward mit demselben gemeinschaftlich an der Dresdener Bühne engagiert, der sie, mit wenigen Unterbrechungen, bis 1847 als Mitglied angehörte. Hier studierte sie noch eine Zeitlang unter Mieksch’ Leitung den Kunstgesang und brachte es auf diesem Gebiet zu hoher Meisterschaft; ihre eigentliche Größe jedoch zeigte sich im dramatischen Gesang, und ihre glänzendsten Erfolge, sowohl in allen Städten Deutschlands als auch in Paris, wo sie 1830 zum erstenmal auftrat, und in London (1833 und 1837) dankt sie der hinreißenden Gewalt ihrer Darstellung, welche sie übrigens nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Liedersängerin (z. B. in Schuberts “Erlkönig”) bewährte. Nachdem ihre Ehe mit Devrient bereits 1828 getrennt war, verheiratete sie sich 1850 zu Gotha mit dem livländischen Gutsbesitzer v. Bock, dem sie in seine Heimat folgte, kehrte aber schon 1852 nach Deutschland zurück, lebte abwechselnd in Berlin und Dresden und starb 26. Jan. 1860 in Koburg.

Zur Autoren-Übersicht

Janina Majewski

erotische geschi

“Seit ich zur Grundschule gegangen bin, schreibe ich”, erinnert sich die Janina Majewski. Ursprünglich wollte sie Germanistik studieren. “Ich ging dann aber mit er Mittleren Reife vom Gymnasium ab und machte eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin.” In dem Beruf arbeitet sie noch heute. Das Schreiben hat sie aber nie vergessen. Vorwiegend erotische Geschichten verfasst die 29-Jährige und verarbeitet dabei auch eigenes Erleben. Zur Zeit arbeitet Janina Majewski an ihrem ersten Roman. Ein Verlag hat Interesse signalisiert.

Zur Autoren-Übersicht

“Ich wollte den Männern auf den Grund gehen”

Eine kurze Einführung in den Roman “Memoiren einer Sängerin”

Was bleibt vom Jahr 1868? Man stutzt. Überlegt. Schweigt. Wenig hat die Zeit überdauert, wenn man zurückblickt. Aber drei Dinge sind es denn doch, die bleiben. Die Ironie dabei: Was damals gefeiert wurde, ist heute vergessen. Und was 1868 nicht beachtet wurde, veränderte die Welt:

“Das Kapital” von Karl Marx erschien. Damals unbeachtet, ungelesen. Kein Wunder, verfasste der Teilzeit-Journalist doch ein schwer verdauliches, dazu noch mehrbändiges Werk. Es entfaltete Langzeitwirkung. Lenin las es und machte Revolution in Russland. Überall auf der Welt bildeten sich kommunistische und sozialistische Parteien, die sich auf Marx beriefen. Mit dem “Kapital” begründete Marx den wissenschaftlichen Sozialismus und stellte den Kapitalismus als sich selbst zerstörende Produktionsweise dar.

Ebenfalls 1868 erschienen die “Memoiren einer Sängerin”. Der Autor hielt sich versteckt, veröffentlichte anonym. Denn das Werk war gewagt, frivol, erotisch: Eine Frau schildert ihr sexuelles Erwachen, ihre Ausschweifungen und Erfahrungen mit Männern. Dabei lässt sie kein Detail unerzählt. Das Buch war der Skandalerfolg der Saison und erlebte bis 1875 mehrere Nachauflagen - und Verbote. Bald kam das Gerücht auf, dass die gefeierte Operndiva Wilhemine Schröder-Devrient die Autorin des Werkes sei. Was den Verkauf zusätzlich anheizte. Überliefert ist der Ausspruch der Sängerin: “Ich wollte den Männern auf den Grund gehen.” Bis zum jetzigen Datum ist die Autorschaft nicht mit letzter Sicherheit geklärt, aber die Wissenschaft neigt der Annahme zu, dass es tatsächlich Wilhemine Schröder-Devrient war. Wichtiger heute: Der Briefroman ist nicht nur freizügig, sondern sehr modern geschrieben. Während viele Bücher von damals den heutigen Lesern verstaubt und verschnörkelt vorkommen (auch “Das Kapital”), lesen sich die “Memoiren einer Sängerin” flüssig und ziemlich aufregend: Man erfährt über Sitten, Leben und Denken in der damaligen Zeit. Und entdeckt, dass Wünsche und Hoffnungen von Frauen damals nicht viel anders waren als heute. Die Absichten der Männer übrigens auch. - Heute sind die “Memoiren einer Sängerin” völlig vergessen. Vielleicht ist es ausgleichende Gerechtigkeit gegenüber dem “Kapital”, welches damals unbeachtet blieb, obwohl es doch das gewichtigere Werk ist. Zumindest wenn man die Marx-Bände auf die Waage legt.

Was ist übrigens das dritte Ding, was aus dem Jahr 1868 bleibt? Die Remington Schreibmaschine. Die Erfinder Christopher Latham Shoes, Carlos Glidden und Samuel W. Soulé entwickelten sie. Der Hersteller E. Remington & Sons brachten das mechanische Wunderwerk auf den Markt. Damals kaum beachtet, ab 1890 dann 100 Jahre lang Werkzeug der Schriftsteller und Journalisten. Wilhemine Schröder-Devrient schrieb noch mit dem Federkiel (Füllhalter gab es noch nicht). Wenn sie denn wirklich geschrieben hat.

Zur Autoren-Übersicht

Octave Mirbeau

image

Der französische Schriftsteller wurde 1850 bei Bayeux geboren und starb 1917 in Paris. Er hinterließ ein kleines, klug angelegtes Vermögen, das er sich erschrieben hatte. Bekannt war Octave Mirbeau für kritisch-satirische Romane und sozial-engagierte Bühnenstücke. Aufsehen erregte sein Theaterstück “Geschäft ist Geschäft”, das im Jahr 1903 Premiere hatte. Mit ätzender Schärfe legt Mirbeau hier bloß, wie einem Geschäftsmann der Profit wichtiger ist als Freunde und Familien. Weitere Werke sind: “Tagebuch einer Kammerzofe” (Roman, 1900) und Der Garten der Qualen (Roman, 1899).

Das “Tagebuch einer Kammerzofe” wurde 1964 vom Regisseur Luis Bunuel erfolgreich mit Jeanne Moreau in der Hauptrolle verfilmt.

In der französischen Literaturgeschichte wird Mirbeau in eine Zeit eingeordnet, in der Zeitkritik und gesellschaftliches Engagement immer wichtiger für Kunstwerke wurden. Höhepunkt dieser Epoche dürfte die Dreyfus-Affäre gewesen sein, in die sich der französische Dichter Emile Zola mit dem berühmten Zeitungsartikel “J’accuse” im Jahr 1898 einmischte. In schneller Folge erschienen in den kommenden Jahren gesellschaftskritische Werke von Henry Francois Becque, Jules Renard und Octave Mirbeau.

Zur Autoren-Übersicht

Ein perverses Werk

image

Im Jahr 1899 erscheint Der Garten der Qualen - und wird unmittelbar zu einem Skandal. Das Buch (französischer Originaltitel : Le Jardin des supplices) verstört die Zeitgenossen mit seiner drastischen Schilderung der Sexualität; mehr aber noch mit der Lebenshaltung, die hinter den geschilderten sexuellen Verhaltensweisen aufleuchtet. Sie wird als pervers empfunden.

Erst aus dem Abstand von mehr als 100 Jahren treten die Qualitäten des Romans gegenüber dem Leser deutlicher hervor. Qualitäten, die sich gerade nicht im Sexuellen erschöpfen: Mirbeau verbindet im “Garten der Qualen” Zeitkritik, Kulturpessimismus und Dekadenzschilderungen einer Gesellschaft, die auf die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, den 1. Weltkrieg, zusteuert. Ähnliches hat nur Mirbeaus Schriftstellerkollege Joris-Karl Huysmans geschafft, der in derselben Zeit wie Mirbeau veröffentlichte.

So skandalös Mirbeaus “Garten der Qualen” um die Jahrhundertwende war (in Deutschland war das Werk zeitweise verboten), so sehr ist es heute vergessen. Dies mag auch an Mirbeaus Sprache liegen, die dem heutigen, eiligen Leser ungewohnt ist.

Während Texte von Mirbeaus Zeitgenossen Jules Renard messerscharf formuliert sind und kein überflüssiges Wort enthalten. verharren Mirbeaus Werke teilweise noch in der blumigen Sprache des 19. Jahrhunderts. Der Leser des 21. Jahrhunderts möchte Mirbeau zurufen: “Komm zur Sache.” Das tut er auch - aber erst einige Seiten später. “Der Garten der Qualen” wurde daher von Mike Mueller behutsam gekürzt und redigiert, um den vollen Lesegenuss zu ermöglichen.

Kurz zum Inhalt des Buchs: Der Ich-Erzähler scheitert als Politiker und verliebt sich in eine Engländerin: Clara. Er verfällt der geheimnisvollen Schönen und folgt ihr nach China. Erst jetzt entdeckt er Claras Wesen ganz. Die Dame enthüllt grausame Züge, unmerklich führt sie ihn in ihren Garten der Qualen ein. Er entdeckt dort erbarmungslose Folterpraktiken und den Kult um die Schönheit, perverse Liebestechniken, Drogenexzesse sowie endlose Sexnächte - aber auch einen ganz eigenen Kult um Blumen und Schönheit. Am Ende jedoch überwältigt auch den Erzähler das Gesehene und er fällt in eine Ohnmacht; wobei klar ist, dass der Adelige wieder und immer wieder zu Besuch in den Garten der Qualen gehen wird ...

Auslöser für den Roman soll eine literarische Skizze von Jules Renard gewesen sein, die Mirbeau zufällig las: “Muttersohn” (Originaltitel “Poil de Carotte”), 1894 erschienen:
Darin findet der Held einen Maulwurf. Nachdem er mit ihm gespielt hat, beschließt er, ihn zu töten. Er wirft ihn mehrmals so geschickt in die Luft, daß er auf einen Stein fällt:

Schon sind die Pfoten des Maulwurfs zerschmettert, ist der Kopf gespalten, das Rückgrat gebrochen, und er scheint kein zähes Leben zu haben. Dann merkt Poil de Carotte völlig verblüfft, daß er aufhört zu sterben. Er mag ihn noch so in die Höhe, ja haushoch, bis in den Himmel werfen, es geht nicht voran.

“Donnerwetter! Er ist nicht tot!”, sagt er.

Der Maulwurf preßt sich gegen den blutbefleckten Stein; sein fetter Bauch wabbelt wie Gelee, und dieses Wabbeln erweckt den Anschein, daß er lebt.

“Donnerwetter!”, schreit Poil de Carotte erbittert, “er ist immer noch nicht tot!”

Er hebt ihn auf, beschimpft ihn, ändert die Methode. Rot vor Zorn, mit Tränen in den Augen, spuckt er ihn an, schmettert ihn aus nächster Nähe mit aller Kraft gegen den Stein.
Aber der unförmige Bauch zittert noch immer.

Und je mehr der rasende Poil de Carotte zuschlägt, desto weniger scheint ihm der Maulwurf zu sterben.

Zur Autoren-Übersicht

Der Prozess um Lady Chatterley

image

“Lady Chatterley”: Die skandalumwitterte erotische Geschichte einer sinnenfrohen Frau aus dem sittenstrengen England bescherte - bevor das Buch verboten wurde - Tausenden aufregend-frivoles Leseglück, dem Autoren aber Ärger und Verachtung und dem Verlag fast den Untergang.

“Lady Chatterley” wurde gleich nach ihrem Erscheinen verboten. 30 Jahre später wagte es ein englischer Verlag, eine Neuauflage herauszubringen. Und wurde prompt am 20. Oktober 1960 vor Gericht gezerrt. In fünf Verhandlungstagen vor dem Londoner Kriminalgericht Old Bailey ging es nicht allein um das Schicksal des Romans, sondern auch um das Fortbestehen des Verlags, der sich finanziell stark engagiert hatte. Es sollte geurteilt werden, ob “Lady Chatterley” unmoralisch oder gar obszön sei.

Penguin Books hatte England mit 200.000 gedruckten Exemplaren von “Lady Chatterleys Liebhaber” geradezu überschwemmt und sollte die Bücher nun zurückziehen und einstampfen lassen. Am entscheidenden Gerichtstag war der Saal des Old Baileys überfüllt. Die öffentliche Anklage wurde von Mervyn Griffith Jones geführt, der schon in den Nürnberger Prozessen Kriegsverbrecher an den Galgen gebracht hatte. Gerald Gardiner, einer der prominentesten Anwälte Englands, verteidigte die Position des Verlags.

Doch seine Chancen sanken, seit bekannt wurde, wie die Jury zusammengesetzt war. Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche “unanständigen Stellen” des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung.

24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um “Lady Chatterley” endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Doch mit den Zeugen wendete sich das Blatt ...

Berühmte Autorinnen und Autoren traten vor Richter Byrde, Personen des öffentlichen Lebens, Geistliche, eine Lehrerin, Väter und Mütter von Kindern, die durch das Lesen der “obszönen Lady Chatterley” in Gefahr geraten mussten - so die Anklage.

Die geadelte Schriftstellerin Rebecca West sagte: “Es ist die Vermutung ausgesprochen worden, dass dieses Buch den außerehelichen Geschlechtsverkehr propagiert. Wenn man nur den Plot nimmt, scheint das richtig zu sein. Und verkennt doch das Werk. Das Buch zeigt ein zerbrochenes Leben und was Lady Chatterley aus diesem Leben gemacht hat.”

Dr. John Robinson, Bischof von Woolwich, wurde vom Anwalt gefragt: “Wäre es besser, wenn das Buch neu erscheint, nachdem die Sexstellen herausgestrichen wurden?”

Der Bischof antwortete: “Ich glaube, die einzige Wirkung wäre, dass die Menschen glauben würden, der Autor habe etwas Schmutziges geschrieben ...” Der damals bekannte Kritiker Kenneth Tynan fügte hinzu: “Es ist ein alter Trugschluss, dass ein Buch, dessen Figuren unmoralisch handeln, notwendigerweise ein obszönes Buch ist.”

Am fünften Tag der Verhandlung zogen sich die Geschworenen zur Beratung des Urteils zurück. Nach drei Stunden kehrten sie um 14.55 Uhr in den Gerichtssaal zurück. Es war der 2. November 1960. Richter Byrde fragte: “Erachten Sie den Penguin Books Verlag als schuldig oder als nicht schuldig an der Veröffentlichung einer obszönen Ware?”

“Nicht schuldig!”

In den nächsten Wochen wurden 1,5 Millionen Exemplare der “Lady Chatterley” in England verkauft. Für den Autoren der “Chatterley”, D. H. Lawrence, der mit seinem Geist und seinem Vermögen für die Veröffentlichung seines Werks gekämpft hatte, kam der Triumpf jedoch zu spät ...

In Deutschland sollte das vermeintliche Sexbuch weiterhin nicht veröffentlicht werden. Der Volkswartbund Köln, ein katholischer Zusammenschluss zum Kampf gegen Unsittlichkeit, hatte dafür Strafantrag gegen den Hamburger Verleger Ledig-Rowohlt gestellt.

Zur Autoren-Übersicht

David Herbert Lawrence

Den Schauspieler Clint Eastwood kennt jeder, das Städtchen Eastwood niemand. Es liegt mitten in England, ist klein und düster, seine Blütezeit ist lange vorbei: Verrottete Kohlebergwerke künden davon. In Eastwood wurde im September 1885 der Schriftsteller D.H. Lawrence geboren. Sein Vater war Bergmann, er schlug seine Ehefrau, die Mutter von fünf Kindern war und zum Einkommen der Familie als Lehrerin beitrug.

Lawrence war ein kränkliches Kind, liebte seine Mutter über alles. Die Schule hasste er, sie kam ihm vor wie ein Gefängnis. Dennoch wollte er Lehrer werden; der hochintelligente junge Mann schaffte es, sich als Bester von ganz England für ein Stipendium an der Universität Nottingham zu qualifizieren. Mit 23 Jahren war er Lehrer - und unzufrieden. Nun wollte er Schriftsteller werden.

Er schrieb “Der weiße Pfau”, einen Roman voller autobiografischer Details, auch über seine platonische Liebe zu der 14jährigen Jessie Chambers. Seine geliebte Mutter las das erste Buch des angehenden Schriftstellers. Kurz darauf starb sie. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen.

Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

Frieda verließ Mann und Kinder und zog mit Lawrence nach Deutschland. Dort, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, verhaftete man Lawrence als Spion. Er kam frei, floh nach Wien, dann nach Italien. Frieda folgte ihm. Ständig in Geldnöten schrieb Lawrence “Söhne und Liebhaber”. Friedas Mann willigte endlich in die Scheidung ein, und Lawrence und Frieda heirateten. Einige Wochen später diagnostizierten Ärzte bei ihm Lungentuberkulose.

Unablässig schrieb er für kleine Zeitungen und Zeitschriften, veröffentlichte den Roman “Der Regenbogen”. Zehn Jahre prozessierte er, da der Roman als “obszön” angesehen wurde. Unablässig reiste er durch Europa, auf der Flucht vor Gäubigern und dem englischen Gesetz. Ende 1926 begann er in Italien in der Villa Miranda, unweit von Florenz, mit der Niederschrift von Lady Chatterley’s Lover.

Seine Frau Frieda erinnerte sich später: “An eine hohe Pinie gelehnt, deren Blätter kühlen Schatten spendeten, saß ein hagerer Mann. Er saß dort unbeweglich, nur seine Hand mit dem Bleistift darin glitt ununterbrochen über das Papier, das auf seinen Knien lag.” - Als das Buch erschien, wurde es von amerikanischen Journalisten als “Produkt einen überheizten Stadtwohnung” abqualifiziert.

Lawrence schrieb “Lady Chatterley” dreimal innerhalb von zwei Jahren um. 1928 veröffentlichte er es - ein Sturm brach los.

Obwohl Lawrence damals ein leidlich bekannter Autor war, lehnten mehrere Verlage ab, das Buch zu drucken. Sie hatten Angst. So brachte Lawrence das Werk als Privatdruck heraus, das er lediglich an Freunde verschickte. Das geheime Buch heizte die Neugier der Öffentlichkeit nur noch stärker an. “Lady Chatterley” sei pure Pornografie, gingen die Gerüchte um. Der Autor wurde verklagt, das Buch verboten. Lawrence erlitt einen Blutsturz, von dem er sich nicht mehr erholte. Am 2. März 1930 starb er.

Frieda, sein Frau, erklärte verzweifelt, sie werde sich nach “altem indischen Ritus” auf einem Scheiterhaufen mit ihrem toten Mann verbrennen lassen. - Sie tat es nicht, sondern heiratete den italienischen Maler Angelo Ravagli und zog mit ihm nach Mexiko.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Aufstieg des D.H. Lawrence in den Olymp der angesehendsten englischen Dichter des 20. Jahrhunderts: Kritiker und Leser entdeckten den früher als Pornographen geschmähten Schriftsteller als Autoren psychologisch genau beobachteter, ergreifender Sittenbilder.

Zur Autoren-Übersicht

Ein schwüler Mix aus Erotik und Thriller

image

Der Name ist Programm: Faust. Christa Faust. Die Amerikanerin hat einen Thriller geschrieben, der mindestens so hart ist wie ihr Name. Hardcore Angel erzählt die Geschichte der Angel Dare, einer Porno-Actrice, die den Aufstieg ins Porno-Produzentengeschäft geschafft hat. Bis zu dem Tag, da sie einen letzten Filmauftrag annehmen will ... Von einem Moment zum anderen bricht die heile (Porno-)Welt der hübschen Angel zusammen und sie gerät in einen Strudel aus Vergewaltigung, Mord, Verfolgung.

Das Millieu der Pornobranche nach der Jahrtausendwende ist mit Kennerblick gezeichnet, zahlreiche saftige Sexszenen und zynische Dialoge, die in besten Momenten an Chandler erinnern, machen den Hardboiled-Lesestoff zum Vergnügen. Die Autorin Christa Faust, vormals Domina, verarbeitet augenscheinlich auch eigenes Erleben und es entsteht eine neuartige Mischung: Der Stil erinnert an die harten amerikanischen Noir-Krimis der 30er bis 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts, der Inhalt aber ist von heute. Und wo früher Sex nur angedeutet wurde, wird er hier bis in die Hautporen hinein ausgeleuchtet.

“Hardcore Angel” hat nicht die stilistische Klasse eines Raymond Chandler oder den dunklen Sog, den die besten Thriller von Cornell Woorich entwickeln. Dafür entstaubt Christa Faust die überkommenen Moralvorstellungen der alten Helden; statt Hut und Trenchcoat trägt Angel Dare String und Stilettos. Und Christa Faust kann eine Geschichte spannend bis zum (bitteren) Ende erzählen - was keine schlechte Leistung ist, wenn man an die vielen Autoren denkt, die bereits an dieser Grundvoraussetzung eines Thrillers scheitern.

Ein eigenes Urteil kann sich jeder Leser der Nightlounge bilden, die ausführliche Auszüge aus Christa Fausts “Hardcore Angel” bringt, das komplette Buch mit einem prall-poppigen Titelbild kann zum Beispiel bei Amazon bestellt werden und auf der Hard Case Crime Seite finden sich weitere Infos über die Hard Case Krimi-Reihe, in der “Hardcore Angel” erschienen ist.

Abbildung veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Rotbuch Verlags, Berlin, 2009.

Zur Autoren-Übersicht

Christa Faust

image

Wer interessant lebt, hat es wahrscheinlich leichter, von interessanten Dingen zu erzählen. Christa Faust (Foto links) lebt interessant. 1969 geboren, arbeitete die Blondine, die wahlweise auch als Brünette oder schwarzhaarige Femme Fatale auftritt, als Model für Fetischmagazine und produzierte sich als Domina in Peepshows am Times Square, New York. Vom verdienten Geld ließ sie Tätowierungen stechen. Oder sie legte die Dollars in edlen halterlosen Strümpfen an.

Jetzt hat die Bondage-Liebhaberin ihren ersten Thriller heraus gebracht: voller Sex und cooler Sprüche, mit trashiger Handlung, die im Pornogeschäft von Los Angeles spielt. Die Autorin lebt in der Filmstadt, arbeitet an Storys für Hollywood und bastelt an ihrem Blog.

Auf ihrer Webseite philosophiert Christa Faust übers Leben und Schreiben, zeigt offenherzige Fotos von sich. Auch ein Filmdokument ihres Ausflugs nach Deutschland existiert.

Abbildung veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Rotbuch Verlags, Berlin, 2009, Fotograf: Carlos Batts.

Zur Autoren-Übersicht

“Der Teufelsprinz” - ein erotisches Hörbuch!

Moreen entdeckt ihren Liebesprinzen. Doch der stürzt das unerfahrene Mädchen in die Sexhölle von Berlin. Dort droht sie zu verbrennen ... Ein Sex-Hörbuch über die Gier nach Geilheit, über Nächte sich erfüllender Lust und die Qualen der Liebe. Die zügellose Lebens- und Liebesgeschichte einer jungen Frau. 66 Minuten voller aufregender Liebe und heißem Sex. Gelesen von der Brecht-Schauspielerin Inga Schnabel. Tabulos, schamlos, nichts wird ausgelassen. Hier klicken197

Prickelnde erotische Geschichte!

erotische-geschichten

Eine schöne Frau. Zwei Männer kämpfen um sie. Zehn Jahre ist das her. Plötzlich taucht sie wieder auf: begehrenswerter als je zuvor ... "Das Klassentreffen" - Extraklasse erotische Geschichten hier lesen.

Zeit des erotischen Romans

erotische geschichten

Im 18. Jahrhundert erlebte der galante Roman seine Blütezeit. Verlegern garantierte das Genre Bestseller-Auflagen und sie verlangten immer mehr Manuskripte von ihren Autorinnen. Denn tatsächlich wurden die voluminösen Wälzer zumeist von Frauen geschrieben. Das Lesepublikum war ebenfalls zu 80 Prozent weiblich.
Die Abbildung oben zeigt einen Mann, der mit seinem Penis bei einer Frau eindringt. Die historische, kolorierte Zeichnung entstammt dem "Kamasutra". Das Liebeslehrbuch brachten Kaufleute im 18. Jahrhundert aus dem Fernen Osten mit nach Europa - wo es sofort mehrfach nachgedruckt wurde.