Erotische Geschichten: Kurzvorstellung der Autoren, die klassische erotische Geschichten oder moderne erotische Geschichten schreiben.
Die Autoren der erotischen Geschichten. Es sind berühmte Schriftsteller, manche tarnten sich mit Pseudonymen. Es sind (Haus-)Frauen, die in ihrer Freizeit frivole Bestseller verfassten. Es sind Literaten, begnadete Pornografen, Frauenversteher und Perverse - allesamt zu schade, um vergessen zu werden.
David Herbert Lawrence
Den Schauspieler Clint Eastwood kennt jeder, das Städtchen Eastwood niemand. Es liegt mitten in England, ist klein und düster, seine Blütezeit ist lange vorbei: Verrottete Kohlebergwerke künden davon. In Eastwood wurde im September 1885 der Schriftsteller D.H. Lawrence geboren. Sein Vater war Bergmann, er schlug seine Ehefrau, die Mutter von fünf Kindern war und zum Einkommen der Familie als Lehrerin beitrug.
Lawrence war ein kränkliches Kind, liebte seine Mutter über alles. Die Schule hasste er, sie kam ihm vor wie ein Gefängnis. Dennoch wollte er Lehrer werden; der hochintelligente junge Mann schaffte es, sich als Bester von ganz England für ein Stipendium an der Universität Nottingham zu qualifizieren. Mit 23 Jahren war er Lehrer - und unzufrieden. Nun wollte er Schriftsteller werden.
Er schrieb “Der weiße Pfau”, einen Roman voller autobiografischer Details, auch über seine platonische Liebe zu der 14jährigen Jessie Chambers. Seine geliebte Mutter las das erste Buch des angehenden Schriftstellers. Kurz darauf starb sie. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen.
Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.
Frieda verließ Mann und Kinder und zog mit Lawrence nach Deutschland. Dort, am Vorabend des Ersten Weltkriegs, verhaftete man Lawrence als Spion. Er kam frei, floh nach Wien, dann nach Italien. Frieda folgte ihm. Ständig in Geldnöten schrieb Lawrence “Söhne und Liebhaber”. Friedas Mann willigte endlich in die Scheidung ein, und Lawrence und Frieda heirateten. Einige Wochen später diagnostizierten Ärzte bei ihm Lungentuberkulose.
Unablässig schrieb er für kleine Zeitungen und Zeitschriften, veröffentlichte den Roman “Der Regenbogen”. Zehn Jahre prozessierte er, da der Roman als “obszön” angesehen wurde. Unablässig reiste er durch Europa, auf der Flucht vor Gäubigern und dem englischen Gesetz. Ende 1926 begann er in Italien in der Villa Miranda, unweit von Florenz, mit der Niederschrift von Lady Chatterley’s Lover.
Seine Frau Frieda erinnerte sich später: “An eine hohe Pinie gelehnt, deren Blätter kühlen Schatten spendeten, saß ein hagerer Mann. Er saß dort unbeweglich, nur seine Hand mit dem Bleistift darin glitt ununterbrochen über das Papier, das auf seinen Knien lag.” - Als das Buch erschien, wurde es von amerikanischen Journalisten als “Produkt einen überheizten Stadtwohnung” abqualifiziert.
Lawrence schrieb “Lady Chatterley” dreimal innerhalb von zwei Jahren um. 1928 veröffentlichte er es - ein Sturm brach los.
Obwohl Lawrence damals ein leidlich bekannter Autor war, lehnten mehrere Verlage ab, das Buch zu drucken. Sie hatten Angst. So brachte Lawrence das Werk als Privatdruck heraus, das er lediglich an Freunde verschickte. Das geheime Buch heizte die Neugier der Öffentlichkeit nur noch stärker an. “Lady Chatterley” sei pure Pornografie, gingen die Gerüchte um. Der Autor wurde verklagt, das Buch verboten. Lawrence erlitt einen Blutsturz, von dem er sich nicht mehr erholte. Am 2. März 1930 starb er.
Frieda, sein Frau, erklärte verzweifelt, sie werde sich nach “altem indischen Ritus” auf einem Scheiterhaufen mit ihrem toten Mann verbrennen lassen. - Sie tat es nicht, sondern heiratete den italienischen Maler Angelo Ravagli und zog mit ihm nach Mexiko.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Aufstieg des D.H. Lawrence in den Olymp der angesehendsten englischen Dichter des 20. Jahrhunderts: Kritiker und Leser entdeckten den früher als Pornographen geschmähten Schriftsteller als Autoren psychologisch genau beobachteter, ergreifender Sittenbilder.
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Wie oft Männer können
Wie häufig erreichen Männer hintereinander den Orgasmus? Um die Frage zu beantworten, unterscheiden Kulturgeschichtler und Sexualforscher zwischen zwei Arten von Quellen: Tatsachenberichte und Romane. In Romanen können Männer öfter hintereinander als in Tatsachenberichten. Zum Beispiel schildert der Brite James Boswell in einem Bericht , dass er mit seiner Louisa "fünfmal in den höchsten Wonnen geschwebt" habe. Der Bericht erschien am 12.1.1763 im "London Journal" und kann noch heute nachgelesen werden. Die Zeitungsmeldung wird von Wissenschaftlern als glaubwürdig eingestuft. - In der Literatur ist Mann noch ausdauernder. So erzählt Catullus seinem Sklaven, er habe neunmal hintereinander ejakuliert, ohne aufzuhören. Der alternde Ovid prahlt, es seiner Corinna ebenfalls neunmal hintereinander besorgt zu haben. Porno-Literat de Sade berichtet von einem gewissen Minsky, der niemals zu Bett ging, ohne sich zuvor zehnmal zu entladen.